Holzbewohnendes Insekt Artensteckbrief

Braune Wegameise
Lasius brunneus, Fam. Formicidae

Sie wohnt im Holz und lebt von Honigtau. Ihr Nest kann auf Feuchte und Pilz hinweisen.

Arbeiterinnen der Braunen Wegameise (Lasius brunneus) an einem Zweig
Lasius brunneus, Arbeiterinnen · Foto: Gilles San Martin, Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 2.0, verkleinert

Merkmale im Überblick

GruppeAmeisen (Formicidae), Unterfamilie Formicinae, Gattung der Wegameisen (Lasius).
Arbeiterin2,5 bis 4 mm.
FärbungDeutlich zweifarbig: Kopf und Hinterleib dunkelbraun, die Brust hellbraun bis bronzebraun.
FühlerRotbraun und gekniet.
Natürlicher LebensraumLaubwälder und Laubgehölze, häufig auch Parks und Gärten. Sie wohnt in Bäumen, Holz oder Erdhöhlen. In Großbritannien bevorzugt sie alte, lebende Eichen mit geschädigten Partien.
Nistort am BauBevorzugt pilzgeschädigtes Holz oder Totholz, im Gebäude auch Holz und Dämmmaterial. Junge Königinnen siedeln sich in morschem Bauholz mit ausreichender Feuchte an.
NahrungHonigtau von Blatt- und Rindenläusen, gelegentlich andere Insekten. Das Holz dient allein als Wohnung.
LebensweiseRelativ scheu. Die Arbeiterinnen bewegen sich meist verborgen in Rissen und Spalten.
SchwarmzeitDie geflügelten Geschlechtstiere schwärmen von Ende Mai bis Anfang August. Ein Befall fällt oft erst mit dem ersten Schwarmflug auf.
Spuren am HolzGenagsel an den Nestausgängen: Holzspäne, Holzstaub, leere Puppenkokons. Dazu Ameisenstraßen und schwärmende Tiere.
Häufigkeit am BauIn Deutschland die Ameisenart, die am häufigsten für Schäden in Gebäuden sorgt. Bei Pospischil die häufigste eingesandte Ameisenart der vergangenen zehn Jahre.
Rolle im BefundAnzeiger. Ihre Kolonien zeigten nach Pospischil fast immer einen verdeckten Feuchteschaden an. Die Schädiger sind die Feuchte und der Pilz, der das Holz vorher abgebaut hat.

Wie ernst ist Ihr Fund?

GrünEinzelne Arbeiterinnen auf Futtersuche, das Holz in der Nähe ist trocken und fest, Genagsel fehlt.
GelbGenagsel oder Holzstaub an einer Ritze, geflügelte Tiere im Haus. Holzfeuchte messen und die Feuchtequelle suchen lassen.
RotGenagsel an einem tragenden Holz, das Holz feucht oder weich, Feuchteschaden oder Pilz in der Nähe. Pilz, Ursache und Ausdehnung klären lassen.

Aus der Praxis

Bei Ameisen im Balken lautet die erste Frage der Eigentümer meist: Hält das Tragwerk? Meine Arbeit beginnt beim Holz rund um das Nest. Die Braune Wegameise nutzt das Holz als Wohnung und wählt dafür morsches, feuchtes Holz. Wo sie ihr Nest baut, haben Feuchte und meist ein Pilz die Vorarbeit geleistet. Darum messe ich die Holzfeuchte, prüfe die Festigkeit mit dem Stichel und nehme bei Verdacht eine Probe für das Labor. Erst der Befund zum Pilz und zur Ausdehnung zeigt, wie weit ein Eingriff reicht. Die Rechnung zur Standsicherheit übernimmt der Tragwerksplaner auf dieser Grundlage. Ausführlich zur Frage nach dem Tragwerk: Ameisen im Deckenbalken: Ein Problem fürs Tragwerk?

Grenze der Blickdiagnose: Die hier beschriebenen Merkmale begründen einen Verdacht und ordnen ihn ein. Sicherheit über die Art bringt erst die Bestimmung anhand einiger Tiere. Den Pilz im Holz klärt eine eigene Probe. Genau daran hängt, wie weit ein Eingriff reicht.

Bei feuchtem Holz daneben prüfen

Häufige Fragen

Frisst die Braune Wegameise mein Holz?

Sie nutzt das Holz als Wohnung. Ihre Nahrung ist vor allem Honigtau von Blatt- und Rindenläusen, dazu gelegentlich andere Insekten. Für das Nest bevorzugt sie pilzgeschädigtes, morsches Holz und trägt dabei Genagsel aus. Der Befund richtet sich deshalb zuerst auf die Feuchte und den Pilz im Holz.

Woran erkenne ich ein Nest der Braunen Wegameise im Balken?

Am Genagsel an den Nestausgängen: Holzspäne, Holzstaub und leere Puppenkokons. Dazu kommen Ameisenstraßen und geflügelte Tiere, die von Ende Mai bis Anfang August schwärmen. Die Arbeiterinnen leben scheu und meist verborgen in Rissen und Spalten. Viele Eigentümer bemerken den Befall deshalb erst mit dem ersten Schwarmflug.

Muss ich bei Ameisen im Holz die Feuchte suchen?

Ja. Nach Pospischil zeigten die Kolonien der Braunen Wegameise fast immer einen verdeckten Feuchteschaden an. Junge Königinnen siedeln sich in morschem Bauholz mit ausreichender Feuchte an. Die Ameise ist damit ein möglicher Anzeiger, die Feuchte und der Pilz sind die Schädiger. Holzfeuchte, Stichelprobe und Laborbefund klären, wie weit der Abbau reicht.

Weiterlesen

Merkmale, Lebensraum, Nahrung, Nistorte, Schwarmzeit und Spuren nach: Umweltbundesamt, „Ameisen, Holzzerstörende Ameisen“, umweltbundesamt.de/holzameise, zuletzt aktualisiert am 09.10.2026. Ansiedlung in feuchtem Bauholz, Holz als Unterschlupf und Rolle als Anzeiger nach: R. Pospischil, „Indicator Species for Identifying Hidden Construction Damage in Historic Buildings“, Proceedings of the Eleventh International Conference on Urban Pests, Lund 2025. Vorliebe für alte Eichen nach: Bees, Wasps & Ants Recording Society (BWARS), Artporträt Lasius brunneus, bwars.com. Einordnung aus der Praxis des Sachverständigenbüros. Stand: Oktober 2026.

Sie haben Ameisen im Holz gefunden?

Schildern Sie mir in 15 Minuten, was Sie sehen, und zeigen Sie mir Ihre Fotos. Danach wissen Sie, welche Art in Frage kommt und welcher Schritt als nächster passt: Bildbestimmung, Videobegehung oder Ortstermin. Das Gespräch ist kostenfrei.

Erstgespräch buchen Zum Holzschutzgutachten

Im zeitkritischen Fall: +49 5763 865 3103