Merkmale im Überblick
| Fäuletyp | Braunfäule — baut Cellulose ab, Lignin bleibt. Holz wird würfelbrüchig und dunkelbraun. |
| Holzarten | Nadel- und Laubholz, bevorzugt Nadelholz (Fichte, Kiefer). Zerstört auch Spanplatten. |
| Holzfeuchte | Holzabbau ab 26,1 % (Kiefernsplint; Fichte 23,9 %), Optimum 45–150 %. Sein Feuchtebedarf liegt damit über dem des Braunen Kellerschwamms. |
| Temperatur | Optimal 18–22 °C. Oberhalb etwa 26 °C endet das Wachstum — das Absterben setzt erst bei höheren Temperaturen ein. |
| Fruchtkörper | Flach, polsterförmig, rostbraune Sporenfläche mit weißem Zuwachsrand. Bis über 1 m groß. |
| Myzel | Weiß, wattig (Oberflächenmyzel). Grau-braune Stränge bis Fingerstärke, im trockenen Zustand knackend brechend. |
| Mauerwerk | Durchwächst Mauerwerk und erreicht so räumlich getrennte Holzbauteile. Ein Wassertransport aus entfernter Quelle ist widerlegt; Hausfäulepilze befeuchten Holz nur geringfügig selbst und nur bei Wasser in der Nähe (Huckfeldt/IF-Holz). |
| Sporen | Rostbrauner Sporenstaub, massenhaft. Kontaminiert Räume und Lüftungsanlagen. Basidiosporen bleiben bis zu 20 Jahre keimfähig. |
| Trockenstarre | Das Mycel überlebt Trockenheit nur 1 Jahr — der schwächste Wert der Reihe (Rosa Saftporling 11 J., Weißer Porenschwamm und Tannenblättling 9 J., Kellerschwamm und Hausporling 3 J., Wilder Hausschwamm 2 J.; THEDEN 1972). Entscheidend ist stattdessen die langlebige Spore. |
| Meldepflicht | In einigen Bundesländern meldepflichtig, etwa in Sachsen und Thüringen. Im Einzelfall aktuell prüfen. |
Wie ernst ist Ihr Fund?
Aus der Praxis
Seine Gefährlichkeit beruht darauf, dass er als einziger Hausfäulepilz alle fünf Fähigkeiten zum Besiedeln eines Gebäudes beherrscht (Huckfeldt, IF-Holz 2022): anorganische Materialien durchwachsen, Holz unterhalb der Fasersättigung von einer nahen Feuchtequelle aus bewachsen, darauf dichtes Oberflächenmycel bilden, in Trockenstarre überdauern und eine schnell fortschreitende Fäule verursachen. In jeder einzelnen Fähigkeit sind andere Pilze stärker: Ausgebreiteter Hausporling und Tannenblättling bilden dichteres Oberflächenmycel, in der Trockenstarre überdauert der Rosa Saftporling elf Jahre und der Echte Hausschwamm nur eines. Jeder andere Hausfäulepilz zeigt jedoch in der Gesamtschau mindestens einen deutlichen Schwachpunkt. Für den Echten Hausschwamm entstand eigens eine Norm (DIN ENV 12404). Sanierung nach DIN 68800-4: Rückschnitt des Holzes mindestens 1 m längs über den sichtbaren Befall hinaus, befallenes Mauerwerk 1 m, Schüttungen, Füllstoffe und Putz 1,5 m.
Häufig verwechselt mit
Häufige Fragen
Wie sieht der Echte Hausschwamm aus?
Weißes, wattiges Oberflächenmyzel, das mit dem Alter gelblich und grau wird; grau-silbrige Stränge bis Fingerstärke, die trocken knackend brechen; ein flacher Fruchtkörper mit rostbrauner Sporenfläche und weißem Zuwachsrand; rostbrauner Sporenstaub auf Holz und Mauerwerk; würfelbrüchig zersetztes, dunkelbraunes Holz. Oft fällt zuerst ein pilzig-champignonartiger Geruch auf.
Ab welcher Holzfeuchte zerstört der Echte Hausschwamm Holz?
Der Holzabbau setzt nach den Laborwerten von Huckfeldt/Schmidt (2015) ab 26,1 % Holzfeuchte an Kiefernsplintholz ein, an Fichte ab 23,9 %. Das Optimum liegt zwischen 45 und 150 %. Der Braune Kellerschwamm kommt mit weniger aus und baut Holz bereits ab 21,5 % ab.
Welche Sicherheitsabstände verlangt die DIN 68800-4?
Befallenes Holz wird mindestens 1 m in Längsrichtung über den sichtbaren Befall hinaus zurückgeschnitten, befallenes Mauerwerk 1 m. Schüttungen, Füllstoffe und Putz werden mit einem Sicherheitsabstand von 1,5 m entfernt.
Weiterlesen
- Hausschwamm erkennen — der ausführliche Fachartikel
- Diesen Steckbrief als PDF zum Ausdrucken
- Alle Arten im Überblick
Holzfeuchte-Kennwerte nach HUCKFELDT/SCHMIDT (2015), zitiert in: Institut für Holzqualität und Holzschäden (Dr. Rehbein und Dr. Huckfeldt GbR, Hamburg), Merkblatt „Holzfeuchte und Hausfäulepilze“, Autor Dr. T. Huckfeldt, 2025 — ifholz.de. Werte für Kiefernsplintholz. Stand: August 2026.