Holzzerstörender Pilz Artensteckbrief

Brauner Kellerschwamm
Coniophora puteana — Fam. Coniophoraceae

Der häufigste Hausfäulepilz in Gebäuden. Kommt mit weniger Feuchte aus als der Echte Hausschwamm.

Dünne dunkle Myzelstränge des Braunen Kellerschwamms auf Holz
Myzelstränge — dünn, dunkel, trocken biegsam bleibend · Foto: R. Große
Myzel des Braunen Kellerschwamms Coniophora puteana an befallenem Holz
Myzel von Coniophora puteana · Foto: R. Große

Merkmale im Überblick

FäuletypBraunfäule — Holz wird würfelbrüchig und dunkelbraun. Ähnliches Schadbild wie beim Hausschwamm.
HolzartenNadel- und Laubholz. Häufigster Braunfäulepilz in Gebäuden.
HolzfeuchteBewachsen ab 18,0 %, Holzabbau ab 21,5 %, Optimum 36,4–210 %. Kommt damit mit weniger Feuchte aus als der Echte Hausschwamm (Abbau ab 26,1 %).
TemperaturOptimal 23–25 °C. Toleriert höhere Temperaturen als der Hausschwamm.
FruchtkörperDünn, krustenförmig, olivbraun bis dunkelbraun. Flächig auf dem Holz aufgewachsen.
MyzelDünn und fädig, braun bis dunkelbraun. Die Stränge bleiben im trockenen Zustand biegsam — beim Hausschwamm brechen sie knackend.
MauerwerkKann Mauerwerk durchwachsen, jedoch seltener und weniger ausgeprägt als der Hausschwamm.
VerwechslungHäufig mit dem Echten Hausschwamm verwechselt. Abgrenzung: dünnere, biegsame Stränge, kein dickes wattiges Oberflächenmycel an der Ausbreitungsgrenze.
ZerstörungskraftStark, jedoch langsamer als der Hausschwamm und stärker an die Feuchtequelle gebunden.
BekämpfungFeuchteursache beseitigen, befallenes Holz austauschen. Die Sicherheitsabstände der DIN 68800-4 für den Hausschwamm gelten hier nicht.

Wie ernst ist Ihr Fund?

GrünTrocken, Ursache behoben, Befall inaktiv.
GelbVerdacht auf Pilzbefall, Feuchtigkeit erhöht.
RotAktiver Befall, hohe Feuchtigkeit, Holz zersetzt.

Aus der Praxis

Der Kellerschwamm ist der zweithäufigste Gebäudepilz. Er kann ebenfalls Mauerwerk durchwachsen, bildet an der Ausbreitungsgrenze jedoch kein vergleichbar dickes Oberflächenmycel. Bemerkenswert: Er kommt mit weniger Holzfeuchte aus als der Echte Hausschwamm und baut Holz bereits ab 21,5 % ab. Die Sanierung bleibt einfacher — Feuchteursache beheben, befallenes Holz austauschen. Die korrekte Artbestimmung spart hier erhebliche Sanierungskosten.

Grenze der Blickdiagnose: Die hier beschriebenen Merkmale begründen einen Verdacht und ordnen ihn ein. Sicherheit über die Art bringt erst die Bestimmung anhand einer Probe. Genau daran hängt, wie weit ein Rückbau reicht — und was er kostet.

Häufig verwechselt mit

Häufige Fragen

Wie unterscheide ich Braunen Kellerschwamm und Echten Hausschwamm?

Am deutlichsten an den Strängen: Beim Kellerschwamm bleiben sie dünn, dunkelbraun bis schwarz und trocken biegsam. Beim Echten Hausschwamm werden sie mehrere Millimeter dick, sind grau-silbrig und brechen trocken knackend. Der Hausschwamm bildet zudem ein dickes wattiges Oberflächenmycel an der Ausbreitungsgrenze und durchwächst Mauerwerk ausgeprägter. Sicherheit bringt die Laborbestimmung.

Braucht der Kellerschwamm mehr Feuchte als der Hausschwamm?

Nein, weniger. Nach Huckfeldt/Schmidt (2015) bewächst der Braune Kellerschwamm Kiefernsplintholz ab 18,0 % und baut es ab 21,5 % ab. Der Echte Hausschwamm beginnt den Abbau erst ab 26,1 %. Die häufig zu lesende Umkehrung dieser Rangfolge trifft nicht zu.

Weiterlesen

Holzfeuchte-Kennwerte nach HUCKFELDT/SCHMIDT (2015), zitiert in: Institut für Holzqualität und Holzschäden (Dr. Rehbein und Dr. Huckfeldt GbR, Hamburg), Merkblatt „Holzfeuchte und Hausfäulepilze“, Autor Dr. T. Huckfeldt, 2025 — ifholz.de. Werte für Kiefernsplintholz. Stand: August 2026.

Sie haben so etwas gefunden?

Schildern Sie mir in 15 Minuten, was Sie sehen, und zeigen Sie mir Ihre Fotos. Danach wissen Sie, welche Art in Frage kommt und ob ein Ortstermin ansteht. Kostenfrei und ohne Verpflichtung.

Erstgespräch buchen Zum Holzschutzgutachten

Im zeitkritischen Fall: +49 5763 865 3103