Holzzerstörendes Insekt Artensteckbrief

Rothalsbock
Pyrrhidium sanguineum — Fam. Cerambycidae

Frischholzschädling an Eiche, oft Fehlalarm im Fachwerk. Kein Gebäudeschädling im engeren Sinn.

Rothalsbock (Pyrrhidium sanguineum) mit leuchtend rot behaarten Flügeldecken auf Eichenholz
Pyrrhidium sanguineum — leuchtend rot behaart · Foto: R. Große

Merkmale im Überblick

HolzartenLaubholz, bevorzugt Eiche. Auch Buche, Esche und Kirsche. Nutzt rindennahes Splintholz.
HolzfeuchteÜber 20 %. Frischholzschädling an frisch geschlagenem oder noch berindetem Holz.
Vollinsekt8–12 mm, leuchtend rot behaart. Flache, breite Körperform.
LarveWeiß, abgeflacht, bis 15 mm. Entwickelt sich unter der Rinde.
Larvenstadium1 Jahr. Sehr kurze Entwicklungsdauer.
FlugzeitApril bis Juni. Tagaktiv, häufig an gelagertem Brennholz.
AusschlupflöcherOval, 3–6 mm. Oft im Bereich der Rinde oder direkt darunter.
BohrmehlFeines, helles Bohrmehl. Gänge flach unter der Rinde.
FraßbildFlache Platzgänge zwischen Rinde und Holz. Splintholz oberflächlich zerstört.
WiederbefallNein — kein Wiederbefall bei trockenem, entrindetem Holz.
Weitere NamenRoter Scheibenbock, Rothaarbock.

Wie ernst ist Ihr Fund?

GrünAlter Befall in verbautem Holz. Kein Handlungsbedarf.
GelbFrischer Befall an noch berindetem Holz.
RotPraktisch ausgeschlossen in verbautem Gebäudeholz.

Aus der Praxis

Der Rothalsbock ist kein Gebäudeschädling im eigentlichen Sinn. Er befällt Holz nur im frischen, berindeten Zustand, etwa Brennholzstapel oder Fachwerk vor der Austrocknung. In verbautem, trockenem Holz findet kein Wiederbefall statt. Häufig entsteht dadurch Fehlalarm bei Altbefall in Eichenfachwerk: Die ovalen Löcher sehen bedrohlich aus, stammen aber aus der Zeit vor dem Einbau und bedeuten für die heutige Konstruktion nichts.

Grenze der Blickdiagnose: Die hier beschriebenen Merkmale begründen einen Verdacht und ordnen ihn ein. Sicherheit über die Art bringt erst die Bestimmung anhand einer Probe. Genau daran hängt, wie weit ein Rückbau reicht — und was er kostet.

Häufig verwechselt mit

Häufige Fragen

Ist der Rothalsbock im Fachwerk gefährlich?

In verbautem, trockenem Eichenfachwerk nein. Er befällt Holz nur frisch und berindet; in abgetrocknetem, entrindetem Holz findet kein Wiederbefall statt. Alte ovale Löcher von 3 bis 6 mm im Eichenfachwerk stammen daher meist aus der Zeit vor dem Einbau.

Woran erkenne ich den Rothalsbock?

An der leuchtend roten Behaarung, die ihm den Namen gibt, an der flachen, breiten Körperform und einer Größe von 8 bis 12 mm. Die Flugzeit liegt zwischen April und Juni, häufig fällt er an gelagertem Brennholz auf. Die Fraßgänge verlaufen flach zwischen Rinde und Holz.

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Fachliche Angaben aus der Praxis des Sachverständigenbüros. Stand: August 2026.

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