Holzzerstörendes Insekt Artensteckbrief

Hausbock
Hylotrupes bajulus — Fam. Cerambycidae

Der wichtigste Holzzerstörer an verbautem Nadelholz. Umgangssprachlich oft Holzbock genannt.

Hausbock (Hylotrupes bajulus) — ausgewachsener Käfer auf Nadelholz
Hylotrupes bajulus — der wichtigste Holzzerstörer an verbautem Nadelholz · Foto: R. Große

Merkmale im Überblick

HolzartenNur Nadelholz — Fichte, Kiefer, Tanne, Lärche. Vorwiegend Splintholz, Kernholz bleibt die Ausnahme.
Holzfeuchte11–30 %, auch trockenes Bauholz. Typischer Trockenholzschädling im Dachstuhl.
Vollinsekt8–25 mm, flach, schwarzbraun bis schwarz. Weißliche Haarflecke auf den Flügeldecken, zwei glänzende Schwielen auf dem Halsschild.
LarveWeißlich, walzenförmig, bis 30 mm. Kräftige Mandibeln, drei Beinpaare.
Larvenstadium3–15 Jahre, stark temperatur- und nährstoffabhängig.
FlugzeitJuni bis August, ab 25–28 °C. Überwiegend tagaktiv.
AusschlupflöcherOval, 5–10 mm. Typisch queroval mit scharfen Rändern.
BohrmehlWalzenförmige Kotkrümel (Nagsel), tonnenförmig, mit bloßem Auge sichtbar.
FraßbildWellenbild: breite, flache Gänge mit welligem Grund, oft direkt unter der Holzoberfläche. Die Oberfläche wölbt sich durch verpresste Fraßgänge.
WiederbefallJa — an Nadelholz-Dachstühlen über Generationen. In einzelnen Landesbauordnungen weiterhin meldepflichtig, im Einzelfall aktuell zu prüfen.

Wie ernst ist Ihr Fund?

GrünAlte Löcher, kein Nagsel, kein Fraßgeräusch.
GelbFrische ovale Löcher oder Nagsel. Befall prüfen lassen.
RotAktiver Befall: Fraßgeräusche, lebende Vollinsekten oder frisch verendete Käfer an Lichtquellen.

Aus der Praxis

Der Hausbock befällt tragende Nadelholzkonstruktionen wie Dachstühle und Deckenbalken. Seine Fraßgänge verlaufen oft unsichtbar direkt unter der Oberfläche — das Holz wirkt äußerlich intakt. Bei Verdacht hilft die Klopfprobe, die Beurteilung des Querschnittsverlusts gehört vor Ort gemacht. Umgangssprachlich heißt er häufig Holzbock; dieser Name bezeichnet allerdings auch die Zecke Ixodes ricinus.

Grenze der Blickdiagnose: Die hier beschriebenen Merkmale begründen einen Verdacht und ordnen ihn ein. Sicherheit über die Art bringt erst die Bestimmung anhand einer Probe. Genau daran hängt, wie weit ein Rückbau reicht — und was er kostet.

Häufig verwechselt mit

Häufige Fragen

Wie erkenne ich einen aktiven Hausbockbefall?

Frisches, helles Nagsel unter dem Bauteil, scharfrandige ovale Ausschlupflöcher von 5 bis 10 mm, im Sommer Fraßgeräusche und lebende Käfer. Alte, nachgedunkelte Löcher ohne Nagsel sprechen für einen abgeschlossenen Befall. Die Beurteilung des Querschnittsverlusts gehört vor Ort gemacht, weil die Fraßgänge unter einer intakt wirkenden Oberfläche verlaufen.

Ist der Hausbock dasselbe wie der Holzbock?

Umgangssprachlich ja — im Dachstuhl meint Holzbock den Hausbock. Der Name führt allerdings leicht in die Irre, weil auch die Zecke Ixodes ricinus Holzbock genannt wird. Wer Bohrmehl und Ausschlupflöcher im Holz findet, meint den Käfer.

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Fachliche Angaben aus der Praxis des Sachverständigenbüros. Stand: August 2026.

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